Im sechsten Anlauf haben die Fußballer von Blau-Gelb Falkensee im Derby gegen den Erz- und Stadtrivalen Eintracht Falkensee nach zuvor fünf Niederlagen in den
vergangenen vier Jahren erstmals den Spieß zu ihren Gunsten umgedreht. Mit dem knappen, aber insgesamt verdienten 1:0 (0:0)-Erfolg am Sonntag bei tropischen Temperaturen vor 500 Zuschauern im
Endspiel auf dem ausverkauften Sportplatz an der Leistikowstraße im Ortsteil Finkenkrug sicherte sich die Blau-Gelb-Elf von Trainer Achterberg erstmals den Kreispokal.
Die Mannschaft des Falkenseer Vereins, der 1981 als SV Möbelwerke gegründet wurde, setzte damit das I-Tüpfelchen auf eine wegen des Coronavirus verlängerten Saison, in der sie in Pflichtspielen
unbesiegt blieb. Denn nach dem erstmaligen Aufstieg in die Landesklasse als Erstplatzierter in der Kreisoberliga Havelland sicherte sich Blau-Gelb Falkensee auch noch die Pokaltrophäe. Damit ist das
Achterberg-Team schon am kommenden Sonnabend in der 2.Runde des Landespokals Gastgeber für den Landesliga-Aufsteiger Eintracht Alt Ruppin, der von dem Perwenitzer Daniel Kraatz trainiert
wird.
Amir Diebold köpft das Siegtor in der 85. Minute
Die zahlreichen Fans auf dem Heimsportplatz des SV Falkensee-Finkenkrug, auf dem wegen des Hygienekonzepts nur 500 Zuschauer zugelassen waren, mussten auf die
Spielentscheidung in dem Falkenseer Derby bis zur 85. Minute warten. Dann köpfte Amir Diebold für die Blau-Gelben einen weiten Freistoß von rechts von Tim Klützke auf Eintracht-Keeper Kevin Konrad,
der den Ball selbst zum einzigen Tor des Tages über die Linie bugsierte. Eintracht-Trainer André Bittner war im Nachhinein sauer über die Szene, denn unmittelbar zuvor hatte er Robin Pluskat für
Mario Obler eingewechselt. „Unser neuer Spieler war noch gar nicht richtig auf dem Platz, das hat der Schiedsrichter schon den Freistoß freigegeben. Normalerweise hätte er der Fairness halber noch
ein paar Sekunden warten können“, meinte Bittner.
Der Eintracht-Trainer erkannte aber sportlich fair den insgesamt verdienten Erfolg für den Kontrahenten von Blau-Gelb Falkensee an. „Ich muss schon so selbstkritisch
sein, aber die Mannschaft hat unter mir als Trainer das bisher schlechteste Spiel gemacht. Spielerisch war das keine Glanzleistung und vorn konnten wir uns kaum einmal entscheidend durchsetzen. Wir
haben viel zu viel mit langen Bällen operiert und uns einige Fehlpässe geleistet, die schon schwierig waren“, meinte der Eintracht-Trainer.
Simon Kostian vergibt Elfmeter in Hälfte eins
Dabei dachte Bittner sicherlich auch an die erste Halbzeit, als die Blau-Gelben schon aktiver auf dem Platz wirkten. Gleich mehrmals war da ihr Torjäger Benjamin Baur
durchgebrochen. In der 13. Minute vergab er die erste Riesenchance. Allein vor Eintracht-Keeper Konrad schoss er knapp links neben das Tor. Wenig später verfehlte ein Kopfball von Diebold knapp das
Ziel (22.). Den nächsten „Riesen“ vergaben die Blau-Gelben in der 23. Minute, als sie nach einem Foul an Baur durch Simon Kostian einen Elfmeter verschossen. Mit dem nicht so gut platzierten Ball
hatte Konrad keine Schwierigkeiten.
Von der Eintracht-Elf war dagegen offensiv nicht so viel zu sehen. Das Landesklasse-Team lauerte auf Konter, aber die von ihnen nach vorn gespielten Bälle wurden fast alle abgewehrt oder
herausgeköpft. Zudem gab sich Blau-Gelb-Keeper Robin Schwager auch an diesem Tag wieder nicht ein einziges Mal eine Blöße.
Nach dem Wechsel verlagerte sich das Spielgeschehen noch mehr in das Mittelfeld. Richtige Torchancen waren nun auf beiden Seiten Mangelware. Es deutete sich an, dass die Spielentscheidung durch eine
Einzelaktion fallen würde. „Das war dann in der 85. Minute der Fall. Da haben wir den Lucky Punch gegen uns bekommen“, sagte Eintracht-Trainer André Bittner.
Blau-Gelb-Trainer Thomas Achterberg war zufrieden, dass seinTeam sich nun endlich einmal gegen den Falkenseer Erzrivalen durchsetzen konnte. „Heute hat auf jeden Fall die bessere Mannschaft verdient
gewonnen und das waren wir. Das einzige Versäumnis, das ich meinen Spielern ankreiden muss, war, dass das Spiel so lange offen war“, meinte der Coach des neuen Pokalsiegers.
Einen Seitenverweis auf die brütende Hitze, die allen Spielern zu schaffen machte, konnte er sich nicht verkneifen. Dabei sprach er von einer möglichen Verlegung des Endspiels auf eine Zeit, wo es
kühler gewesen wäre, oder auch das Zulassen von mehr Spielerwechseln, so wie es in höheren Spielklassen zuletzt schon gemacht wurde." Autor Axel Eifert
09.08.2020